Rechenschaftsbericht des Jahres 2015

 

Mitgliederentwicklung

Die Mitgliederzahl zum 31.12.2015 ist mit 331 Mitgliedern leicht gesunken. Dem Interesse neuer Mitglieder stehen dabei Kündigungen durch Wegzug aus der Region und Todesfälle gegenüber. Dabei sind wir weiterhin der größte Förderverein von Theatern und Orchestern  in Sachsen-Anhalt und einer der größten Kulturvereine in Dessau.

Zur Mitgliederwerbung nahmen wir (vielen Dank an Frau Arnold) an einer Vereinsmesse im UBA teil, deren Ergebnisse allerdings bescheiden ausfielen.

Vorstandsarbeit

Der Vorstand traf sich  im letzten Jahr 6 mal (07.01., 11.03.., 01.07., 02.09., 21.11) zu seinen Sitzungen. Für die inspirierende Mitarbeit möchte mich bei unserem Vorstandsteam sowie bei Verwaltungsdirektor Friedrich Meyer bedanken, der uns immer einen kurzen Draht zur Theaterleitung ermöglichte.

Kulturpolitische Arbeit

Nach der Einigung auf den Theatervertrag für das Anhaltische Theater wurde der Weiterbetrieb des Anhaltischen Theaters als produzierendes 4-Sparten Theater gesichert. Bei dem Etat von ca. 17 Mill., der nach Auslaufen des sogenannten Strukturanpassungsfond noch etwas schrumpfen wird, stehen dem Anhaltischen Theater schwierige Umbauprozesse bevor, die die künstlerische Arbeit des Ensembles beeinträchtigen. Umso mehr freuen wir uns, dass der so kurzfristig  erarbeitete Spielplan ausgesprochen erfolgreich die bisherige Theatersaison ausfüllte. Reihenweise ausverkaufte Häuser, ein breites Spektrum in allen Sparten sowie spartenübergreifende Arbeit stimmen nach der Hälfte der Spielzeit optimistisch für die Weiterentwicklung und den Fortbestand unseres Theaters.

Gleichwohl ist uns als Freundeskreis des Dessauer Theaters bewusst, dass die Nachhaltigkeit der Finanzierung auf wackligen Füßen steht. Die Größe unserer Stadt, die im Gegensatz zu vielen anderen kleinen Städten in Deutschland die Hauptlast der Finanzierung trägt, und die abgesenkte Förderung aus dem Bundesland  werden bei  der Fortschreibung der Theaterverträge 2018  zu Problemen führen.

Gemeinsam mit den Freundeskreisen und Fördervereinen der Theater und Orchester unseres Bundesland haben wir vor der Wahl deswegen gemeinsam Plattformen gesucht, um die Programme und Meinungen der Parteien zur Diskussion zu stellen. Dazu trafen wir uns in Naumburg und Dessau zu Gesprächen. Der gemeinsame Internetauftritt unserer Initiative finden Sie unter  www.freunde.theater., wo sie auch die Forderungen zu einer vernünftigen Landeskulturpolitik nachlesen können.

Nach einer Veranstaltung, die führend vom Freundeskreis des Neuen Theaters am 17.01.16  mit den Spitzenkandidaten der Parteien (soweit erschienen) in Halle organisiert wurde und von Dr. Feige und mir besucht wurde, haben wir mit den kulturpolitischen Experten der Parteien am 14.02.2016 einen Theaterdialog organisiert. Bei der gut besuchten Veranstaltung bestätigten die Vertreter der jetzigen Regierung im Wesentlichen den eingeschlagenen Sparkurs, dagegen versprachen die Vertreter der Grünen, FDP und Linken Nachverhandlungen und Verbesserung der Landesfinanzierung für Dessau. Morgen wird die Wahl zeigen, welche politische Konstellation im Landtag in Magdeburg die Entscheidungen in den nächsten Jahren bestimmen wird.

 

 

Eigene Veranstaltungen

2015 konnte die Konzertreihe und "...sonntags ins Luisium" erfolgreich fortgesetzt werden. 7 mal am Blumengartenhaus und einmal am Sommerhaus des Palais Bose war wieder eine starke Resonanz zu verspüren. Neben den Kammermusikensembles der Anhaltischen Philharmonie begeisterten auch die Streicherensembles der Musikschule (Dank an Dr. Kroll und Frau Schulze). Sinkende Förderung durch die Stadt, bei der wir uns für erhaltenen Mittel bedanken, abgelehnte Förderung durch das Land machen erhöhte Eigenmittel notwendig, die wir zum Teil durch Spenden während der Veranstaltungen ausgleichen können. Vielen Dank den Spendern sowie den Organisatoren Frau Karla Miertsch  und Reinhold Gutte sowie an die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und das Haus Avendi in der Hausmannstraße.

In der Reihe Theaterdialoge konnten wir am 22.03. im Foyer des Alten Theaters unseren neuen Generalintendanten erstmalig in einer öffentlichen Gesprächsrunde vorstellen. Johannes Weigand überzeugte das anwesende Publikum dabei durch seine konkreten und offenen Antworten.

Beim 40. Theaterstammtisch im Januar wurden im Restaurant "Altes Theater" zwei Schauspiel - Publikumslieblinge Felix Defeer und Patrick Wuttke von Dr. Philipp Feige bei großer Resonanz des Publikums vorgestellt. Auch beim 41. Stammtisch im Merci zog die sympathische Mezzosopranistin Rita Kapfhammer im April die Besucher in ihren Bann. Erfahrungsaustausch wurde beim 42. Stammtisch mit Theaterbotschaftern und solchen, die es werden wollen, im September betrieben. Den Abschluss im November gestalteten wir mit Herrn Partier, Puppenspieler am Anhaltischen Theater, der nach langer Zeit in Dessau in diesem Jahr in den Ruhestand gehen wird.

Zum bereits angesprochenen Projekt "Theaterbotschafter" kann nach ersten Erfahrungen eine unterschiedliche Resonanz festgestellt werden. Insgesamt sind es leider noch zu wenig Botschafter, die weitere Einwohner als Publikum gewinnen. Unsere bisherigen Botschafter sind zum Teil sehr aktiv, vielleicht finden sich auch heute noch in unseren Reihen Interessenten für dieses wichtige Projekt. So wurden bei teilweise schwierig zu erfassenden Daten in der Zeit von März bis Juni 2015 ca. 100 Karten im Wert von ca. 1100 Euro über die Botschafter vermittelt. Allerdings steht für uns die ideelle Anbindung der neuen Besucher an unser Haus auch weiterhin im Mittelpunkt.

Die deutlichen Kürzungen im Ballettensemble führten zu starken Fluktuationsbewegungen innerhalb der Compagnie. Dadurch kam ein Picknick im Sommer diesmal nicht zu Stande, die Weihnachtsfeier, diesmal im Schwabehaus sehr gemütlich organisiert (danke an Frau Tall und Herrn Dr. Feige) bezog diesmal ebenso wie die bundesprämierte Vorstellung "Kristallpalast" Ballett und Schauspiel mit ein, wir würden uns wünschen, wenn das Ballett das nächste Mal wieder stärker vertreten ist.

Am 05. bis 7. Juni 2015 trafen sich die Freundeskreise des Landes zu einem Kulturwochenende in Halle. Der Verein zur Förderung des Puppentheaters der Stadt Halle hatte eingeladen. Einige Mitglieder nahmen diese Einladung an und sahen unter Anderem "Der Besuch der alten Damen" in einer Puppeninszenierung mit der wunderbaren Ursula Werner und "Don Quixote" im Hof der Kulturinsel.

2015 erschienen 4 Theaterbriefe.  Neben unserer Internetseite und der Rundmail erfahren Sie dort neben aktuellen Terminen auch Beiträge über unser Theater und dessen Künstler.

Den zweiten Theaterbrief des Jahres 2015 nutzen wir zur Würdigung der Arbeit der scheidenden Leitungsmitglieder Generalintendant Andrè Bücker, GMD Antony Hermus und Chorleiter Helmut Sonne. Unseren Dank öffentlich übermitteln  konnten wir an André Bücker bei dem künstlerischen Abschiedswochenende sowie beim Abschiedsempfang der Stadt nach dem 8. Sinfoniekonzert an Antony Hermus .

Unterstützte Projekte

Entsprechend der Beschlüsse der Mitgliederversammlung bzw. Vorstands unterstützten wir folgende Inszenierungen und Projekte des Anhaltischen Theaters, bitte beachten Sie, dass ich in meinem Rechenschaftsbericht die bereits erfolgten Unterstützungen benenne. Die Finanzen dazu sind dazu teilweise vor dem Jahreswechsel geflossen, sodass bestimmte Projekte dann erst in 2016 unterstützt werden.

Für die Spielzeit 2014/15 wurde insbesondere unsere Ringrückstellung für diezweimal ausverkaufte und fulminant gefeierte zyklische Aufführung des "Rings" genutzt. Nationales und internationales Publikum fand sich zu beiden Zyklen ein, der Internationale Richard Wagnerkongress in Dessau wurde zu einem riesigen Erfolg, der auch für Stadt und Region positiv ausstrahlte.

Durch eine Spende der Kunden und Inhaber der Apotheke "Paracelsus" in Roßlau konnten wir das Ballett "Das verlorene Paradies" von Tomasz Kajdanski mit den wunderbaren Kostümen unterstützen.

Gehör fand auch unsere Unterstützung, Ulf Paulsen zum Kammersänger zu ernennen. Die Stadt tat das im Zeitraum des Ringzyklus, wir konnten mit einem Präsent gratulieren.

Die Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit, die komödiantisch und sängerisch auf höchstem Niveau gestalteten"Sitten und Unsitten am Theater" , konnten wir ebenfalls fördern.

Fortführung erfuhr das Projekt "Vielfalt  nutzen", in dem es um Migrantenintegration geht und das gefördert vom Land unter Leitung von Konzertmeisterin Frau Campen-Balint steht.

Mit unserer Unterstützung haben wir für eine neues großes Theaterprojekt mit der "Jungen Semper Oper Dresden" unter der künstlerischen Leitung der neuen Schauspieldirektorin Almuth Fischer   Fördergelder bei Land, Lotto-Toto und Sparkassenstiftung beantragt.