Young Players Project – DAS FREMDE SO NAH

 

Im Oktober feierte ein ganz besonderes Projekt des Freundeskreises in der Dessauer Marienkirche Premiere:

Das Young Players Project. Unter der künstlerischen Leitung der Schauspieldirektorin des Anhaltischen Theaters Almut Fischer entstand seit April ein beeindruckendes Theater- und Tanzprojekt  mit Dessauer und syrischen Jugendlichen: DAS FREMDE – SO NAH.

Gemeinsam mit Choreograf Josef Eder, Regisseur Michael Uhl und Musiker Jürgen Grözinger hatten Jugendliche im Alter zwischen 10 und 25 Jahren eine Aufführung entwickelt, in der sie sich mit dem Thema des 'Fremden' in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen auseinandergesetzt haben. Dabei waren sie Fragen nachgegangen wie: Was ist mir fremd? Wo bin ich fremd? Was löst Befremden in mir aus? Wie fühlt sich Fremde an?

Mit den Mitteln von Tanz und Schauspiel erzählten sie in unterschiedlichen Szenen Geschichten von Zusammengehörigkeit, Isolation, Kampf und Liebe.

Das Projekt begann im April mit einem Aufruf des Anhaltischen Theaters, in dem Jugendliche aus Dessau und Jugendliche mit Migrationshintergrund gesucht wurden, die Interesse hatten, bei einem gemeinsamen Tanztheaterprojekt mitzuwirken.

Auf diese Weise kam eine Gruppe von Jugendlichen zusammen, in der sich die meisten noch nicht kannten, und in der fast alle davor noch nie auf einer Bühne gestanden hatten. Viele waren erst seit einigen Monaten in Deutschland und hatten frisch begonnen, Deutsch zu lernen. Über sechs Monate fanden an ausgewählten Wochenenden und in Teilen der Schulferien die Proben mit dem künstlerischen Team statt, bei denen die Jugendlichen ein bewundernswertes Durchhaltevermögen an den Tag legten und den Probenprozess durch ihr Engagement und  ihre Kreativität wesentlich mitbestimmten.

Durch die gemeinsame Arbeit, das Improvisieren, Geschichten erzählen und Tanzen entstand im Laufe der Zeit eine Gruppe, die gemeinsam eine beeindruckende Aufführung auf die Bühne gestellt hat und in der jeder in seiner Einzigartigkeit einen Platz hatte. Die Syrer lernten immer besser Deutsch, die deutschen Jugendlichen begannen einzelne arabische Worte zu lernen, Freundschaften entstanden. Was am Anfang fremd war, wurde selbstverständlich und vertraut. Darüber hinaus wurden die Jugendlichen zu grandiosen Tänzern und Darstellern und sind in dem halben Jahr auch künstlerisch über sich hinausgewachsen.

Bei den drei Vorstellungen in der Marienkirche Dessau und bei einem Gastspiel in der Oper Halle sahen über 1000 Menschen DAS FREMDE – SO NAH. Jedes Mal gab es tosenden Beifall und stehende Ovationen, viele der Besucher brachten ihre Begeisterung und Rührung in persönlichen Gesprächen zum Ausdruck.

DAS FREMDE – SO NAH hat nicht nur die Besucher aus Dessau, Halle und der Region begeistert, sondern auch bei den regionalen wie auch den deutschlandweiten Medien für Aufmerksamkeit gesorgt. Als Abschluss und medialer Höhepunkt wird am 16. November wird zu diesem Projekt von 10 – 11.30 Uhr eine 1,5-stündige Live-Sendung im Deutschlandfunk ausgestrahlt. Unter dem Titel „Mit Tanztheater gegen Fremdenfeindlichkeit? - Wie ein Projekt für deutsche und syrische Jugendliche die Region bewegt“ wird eine Sendung mit den Jugendlichen, Almut Fischer, dem Choreografen Josef Eder und Vertretern aus Politik, Bildung und Journalismus live aus dem Anhaltischen Theater Dessau gesendet. Eine Würdigung für das Projekt und seiner Akteure!